Fünfzig Sätze für den deutschen Wortschatz – Teil sechs

Fünfzig Sätze für den deutschen Wortschatz – Teil sechs

Teil sechs, und das Thema seiner Tabelle ist die Frage nach dem Weg und die Bitte um Hilfe. Ihren Wert spürt man erst in dem Augenblick, in dem man sich in einer fremden Stadt verirrt und kein einziges Wort findet.

Die Wendungen wurden bewusst kurz gehalten, in einem Atemzug sprechbar – lange Sätze werden genau in der Lage vergessen, für die sie gesammelt wurden.

Warum Wortschatz über Menge und nicht über Regeln wächst

Grammatik ordnet, was man bereits weiß; sie erzeugt nicht, was man nicht weiß. Wer nach einem Jahr Unterricht auf der Straße noch immer nicht spricht, dem fehlen meist Wörter, nicht Regeln. Deshalb kommt diese Reihe in Portionen: fünfzig Wörter auf einmal, gehört, wiederholt und gebraucht statt zergliedert und erklärt. Wer den eigenen Fortschritt misst, weiß: Der Abstand zwischen zwei Stufen wird zuerst in Wörtern gezählt.

Zwanzig Wendungen für Weg und Hilfe

DeutschBedeutung
Wo ist der Bahnhof?nach einem Ort fragen
Wie komme ich zum Rathaus?nach dem Weg fragen
Ist es weit von hier?nach der Entfernung fragen
Gehen Sie geradeaus.Wegauskunft
Biegen Sie links ab.Wegauskunft
An der Ampel rechts.Wegauskunft mit Orientierungspunkt
Welcher Bus fährt ins Zentrum?nach der Linie fragen
Wann fährt der nächste Zug?nach der Abfahrt fragen
Wo kann ich ein Ticket kaufen?nach der Verkaufsstelle fragen
Ich habe mich verlaufen.die eigene Lage schildern
Ich bin nicht von hier.Ortsunkenntnis erklären
Können Sie das aufschreiben?um Schriftliches bitten
Können Sie es mir auf der Karte zeigen?um eine Anzeige auf der Karte bitten
Wie lange dauert es?nach der Dauer fragen
Wie spät ist es?nach der Uhrzeit fragen
Wo sind die Toiletten?nach den Toiletten fragen
Gibt es hier WLAN?nach dem Netzzugang fragen
Ich suche diese Adresse.mit gezeigtem Zettel brauchbar
Entschuldigen Sie die Störung.höflicher Einstieg
Vielen Dank für Ihre Hilfe.höflicher Abschluss

Wie ein Wort haften bleibt

  • Hören Sie den Teil einmal ganz und dann erneut, während Sie mitsprechen – nicht nachsprechen
  • Teilen Sie die fünfzig auf fünf Tage auf, zehn am Tag – eine große Portion wird als Ganzes vergessen
  • Wiederholen Sie die Wörter von gestern, bevor Sie die von heute beginnen; zwei Minuten genügen
  • Schreiben Sie zu jedem Wort einen Satz aus Ihrem eigenen Leben, nicht aus einem Buch
  • Wiederholen Sie den ganzen Teil nach einer Woche und nach einem Monat – der Abstand bringt das Wort ins Langzeitgedächtnis
  • Was zweimal vergessen wurde, kommt auf eine eigene kleine Liste und wird gesondert wiederholt

Häufige Fragen

Was tue ich, wenn ich die Antwort nicht verstehe?
Sagen Sie Können Sie das aufschreiben? – Papier rettet den Augenblick, in dem das Hören versagt, und ist leichter als dreimaliges Nachfragen.

Spreche ich Passanten mit du oder Sie an?
Gegenüber Fremden immer mit Sie; das ist sicherer und entspricht dem Brauch.

Was nützt mehr: die Fragen oder die Antworten zu lernen?
Beides, doch beginnen Sie mit den Antworten. Die Frage stellt man einmal; die Antwort kommt schnell und wird nicht wiederholt – wer sie kennt, versteht sie sofort.

Versteht man mich trotz Grammatikfehlern?
Meist ja. Ein Grammatikfehler wird verziehen; Schweigen sagt gar nichts.

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Das Video finden Sie auf dem Kanal OK+ bei YouTube:
https://www.youtube.com/watch?v=7K1zARNExIc

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