Die sieben größten Geldfresser in Deutschland — und wie Sie sie stoppen
Viele schneiden die Zahnpastatube auf, um den letzten Rest herauszuholen, und jagen an der Kasse Cents — während im Jahr Tausende Euro durch Türen abfließen, auf die niemand schaut.
Das Leben in Deutschland ist teuer, das ist schlicht so. Aber striktes Sparen ist nicht die Antwort. Die großen Lücken zu schließen ist es. Hier sind sieben davon.
1. Versicherungen — was Sie brauchen und was nicht
Die bekannte Faustregel: Versichern Sie, was Sie ruinieren würde, nicht was Sie ärgern würde.
Die Verbraucherzentrale ordnet sie in drei Gruppen:
- Unverzichtbar: die Privathaftpflichtversicherung und die Hausratversicherung
- Je nach Lebenslage sinnvoll: Berufsunfähigkeitsversicherung, Risikolebensversicherung, Wohngebäudeversicherung, Unfallversicherung
- Entbehrlich: Reisegepäckversicherung, Geräteversicherungen für Handy, Fahrrad und Brille, Glasversicherung und Sterbegeldversicherung
Und beachten Sie: Die Krankenversicherung ist in Deutschland gesetzlich Pflicht — keine Wahlmöglichkeit.
Geht Ihr Handy verloren, sind Sie nicht ruiniert; Sie kaufen ein neues. Schädigen Sie aber jemanden schwer oder können Sie nicht mehr arbeiten, beginnt das eigentliche Risiko. Prüfen Sie Ihre Verträge einmal im Jahr und kündigen Sie, was einen Schaden abdeckt, den Sie selbst tragen könnten.
2. Vergessene Abos
Das Fitnessstudio, in dem Sie im Januar angefangen und das Sie zweimal betreten haben. Apps, Zeitschriften, Streaming — und die BahnCard, die sich für ein ganzes Jahr verlängert, wenn Sie den Kündigungstermin verpassen.
Tun Sie das heute: Öffnen Sie drei Monate Kontoauszüge, markieren Sie jede wiederkehrende Abbuchung und fragen Sie bei jeder: Habe ich das diesen Monat genutzt?
Und bei Strom, Gas und Internet: jährlich vergleichen. Die Preise bewegen sich, und jahrelang im selben Vertrag zu bleiben ist meist teurer.
3. Das Auto
Ein Auto frisst Geld durch drei Türen gleichzeitig:
- Wertverlust — der größte und der verstecktetste, weil er nie auf dem Kontoauszug auftaucht
- Betrieb und Wartung — Kraftstoff, Versicherung, TÜV, Reparaturen
- Finanzierung — bei Ratenkauf oder Leasing
Der Wertverlust ist in den ersten Jahren eines Neuwagens am steilsten. Ein drei bis vier Jahre alter Gebrauchtwagen bringt Sie über den härtesten Teil dieser Kurve hinaus.
Und rechnen Sie in einer großen Stadt ehrlich nach: Wie oft haben Sie es diesen Monat wirklich gebraucht? Nahverkehr plus gelegentliches Taxi ist manchmal günstiger als ein Auto, das vor der Tür schläft.
4. Rauchen — in Zahlen
Eine Schachtel täglich über vierzig Jahre sind 14.610 Schachteln.
Zum heutigen deutschen Preis — zwischen acht und neun Euro — ergibt das zwischen 117.000 und 131.000 Euro.
Wäre derselbe Betrag monatlich gespart und zu angenommenen 5 % jährlich angelegt worden, wären es nach vierzig Jahren rund 370.000 Euro. Bei 4 % etwa 288.000, bei 6 % etwa 485.000.
Die Rendite ist eine Annahme, kein Versprechen. Genau deshalb stehen hier drei Zahlen: Der Abstand zwischen ihnen ist groß, und niemand weiß, welche eintritt.
5. Impulskäufe
Wenn wir müde oder angespannt sind, fällt das Neinsagen schwerer. Deshalb wird nachts gekauft, was tagsüber nicht gekauft würde.
Zwei Gewohnheiten brechen das:
- Nie ohne Liste einkaufen — Einkaufszettel
- Die 30-Tage-Regel — gefällt Ihnen etwas? Warten Sie einen Monat. Ist es Ihnen dann noch im Kopf, kaufen Sie es. Das meiste ist es nicht
Und eine Regel, über die es sich nachzudenken lohnt: Wer es nicht zweimal ohne Mühe kaufen kann, kann es sich nicht leisten.
6. Schlafendes Geld und die Inflation
Eine große Summe auf dem Girokonto liegen zu lassen fühlt sich sicher an und ist es nicht: Die Zahl bleibt, die Kaufkraft sinkt.
Konkret: 20.000 Euro, zwanzig Jahre liegen gelassen, bei 2 % jährlicher Inflation — dem erklärten Ziel der Europäischen Zentralbank — entsprechen noch etwa 13.500 Euro heutiger Kaufkraft. Rund ein Drittel ist weg.
Bei 1,5 % ist es ein Viertel, bei 3 % beinahe die Hälfte. Die Rate macht den ganzen Unterschied, und niemand kennt sie im Voraus.
Die in der deutschen Verbraucherberatung übliche Regel: drei bis vier Monatsausgaben als verfügbares Geld zurücklegen — der Notgroschen.
7. Anlagekosten
Eine jährliche Gebühr sieht nach einer kleinen Zahl aus. Ihre Wirkung über Jahre ist es nicht.
Nehmen Sie 50.000 Euro über zehn Jahre und vergleichen Sie 0,2 % jährlich mit 1 %:
- bei 5 % Bruttorendite beträgt der Abstand rund 5.900 Euro
- bei 7 % Bruttorendite rund 7.000 Euro
Acht Zehntel eines Prozents im Jahr werden zu Tausenden. Deshalb lautet die erste Frage zu jedem Finanzprodukt nicht „Was bringt es?“, sondern „Was nimmt es mir jedes Jahr?“ — die Zahl, nach der Sie fragen, heißt TER oder laufende Kosten.
Der erste praktische Schritt
Führen Sie ein Haushaltsbuch — nur drei Monate lang. Nicht um zu sparen, sondern um zu sehen. Die meisten wissen nicht, wohin ihr Geld geht, und wer es sieht, gibt weniger aus, ohne es sich vorzunehmen.
Fragen und Antworten
Welche Versicherungen brauche ich in Deutschland wirklich?
Die Verbraucherzentrale nennt zwei unverzichtbar: die Privathaftpflicht und die Hausratversicherung. Die Krankenversicherung ist gesetzlich Pflicht. Alles Weitere hängt von Ihrer Lebenslage ab.
Lohnt sich eine Handyversicherung?
Die Verbraucherzentrale zählt sie zu den entbehrlichen Policen, zusammen mit Fahrrad-, Brillen- und Reisegepäckversicherung: Sie decken alle einen Schaden, der Sie nicht ruiniert.
Wie viel sollte auf dem Konto bleiben?
Die übliche Regel: drei bis vier Monatsausgaben — der Notgroschen.
Verliert Geld auf dem Konto wirklich an Wert?
Ja, in Höhe der Inflation. 20.000 Euro, zwanzig Jahre bei 2 % liegen gelassen, entsprechen noch etwa 13.500 Euro heutiger Kaufkraft.
Warum sind jährliche Kosten so wichtig?
Weil sie jedes Jahr vom gesamten Betrag abgehen. Der Abstand zwischen 0,2 % und 1 % auf 50.000 Euro in zehn Jahren liegt bei rund sechs- bis siebentausend Euro.
Ist ein Gebrauchtwagen günstiger?
Meist ja, weil der stärkste Wertverlust in den ersten Jahren anfällt und ein Gebrauchtwagen darüber hinaus ist.
Wie kündige ich ein vergessenes Abo?
Gehen Sie drei Monate Kontoauszüge durch, erfassen Sie jede wiederkehrende Abbuchung und kündigen Sie, was Sie nicht nutzen. Achten Sie auf die Kündigungsfrist, denn manche Verträge verlängern sich automatisch.
Wichtiger Hinweis: Diese Seite erklärt allgemeine Grundsätze im Umgang mit Geld. Sie ist keine Finanzberatung und keine Empfehlung, ein bestimmtes Produkt zu kaufen oder darin anzulegen. Die genannten Zahlen sind Beispielrechnungen, deren Annahmen jeweils daneben stehen; Renditen sind nicht garantiert und Kapital kann verloren gehen. Wir sind keine Finanzberater — für Ihre persönliche Lage wenden Sie sich an eine zugelassene Beratung oder an die Verbraucherzentrale.
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